Es gibt so viele Dinge, die mir wichtig sind. Ganz vorne natürlich meine Familie. Aber auch meine Arbeit (woher hätte ich sonst das Geld für meine Familie), Bewegung, Freundschaften, Hobbies, Erholung. Und all die größeren und kleineren Projekte, die irgendwie immer im Hintergrund mitlaufen. Wie bei so vielen ist nicht das Problem, dass mir nichts wichtig ist, sondern so viel!
Dann kann es auch passieren, dass ich alles als gleich wichtig empfinde. An jedem Tag soll es ausreichend Bewegung, Kreativität und Erholung geben. Neben Familie und Arbeit. Das ist unmöglich. Mein Tag hat schließlich auch nur 24 Stunden und 8 davon versuche ich zu schlafen...
Wenn das passiert habe ich meistend etwas vergessen: Wichtigkeit und Dringlichkeit sind zwei verschiedene Dinge. Außerdem sollte der Spaß nicht zu kurz kommen.
Es gibt Dinge, die finde ich - und besonders mein ADS-Hirn - manchmal total wichtig. Aber sie sind nicht dringend und deswegen gerade nicht an der Reihe. Eine Freundschaft verliert zum Glück nicht an Wert, wenn man sich eine Weile nicht sieht. Ein Projekt ist nicht "schon wieder was nicht beendet" nur weil ein paar Wochen nicht daran gearbeitet wird.
Prioritäten sind kein Urteil über den Wert der Dinge sondern einfach Entscheidungen, was jetzt im Moment erledigt werden darf.
Meistens hat die Arbeit die höchste Priorität. Aber dann auch wieder die Familie. Oder das Projekt, das so lange gewartet hat. Gelegentlich hat auch nichts tun die oberste Priorität.
Solange wir eine momentane Reihenfolge nicht in eine unumstößliche Wahrheit verwandeln, ist alles gut. Wir müssen uns nicht endgültig entscheiden. Das Leben fließt und damit unsere Prioritäten. Nur weil ich heute vernünftig bin, heißt das nicht, dass ich morgen nicht kreativ sein darf. Und dass etwas heute zwar wichtig ist, aber trotzdem später erledigt werden darf.
Frage dich: "Gibt es etwas, das dir wichtig ist, aber trotzdem nicht genau jetzt erledigt werden muss?"