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Anfang des Jahres hat ein Freund mich auf Waldbaden aufmerksam gemacht. Das hörte sich spannend an und natürlich habe ich mich ausführlich darüber informiert. Und es dann auch gleich mal gemeinsam mit meiner Tochter ausprobiert, während der Papa ganz sportlich mit dem Mountainbike unterwegs war. Sozusagen Kontrastprogramm.

Wer noch nie von Waldbaden gehört hat – ganz kurz erklärt ist es ein geführter Waldspaziergang mit oder ohne gezielten (Körper)-Übungen zur Entspannung. Noch kürzer: Einfach im Wald sein ohne Ziel.

Es war für mich eine sehr interessante Erfahrung. Wir gehen alle gerne in den Wald. Üblicherweise aber in Form von Wandern (als Familie) oder Radfahren (mein Mann) oder Kindergarten (die Tochter). Das war etwas ganz anderes. Der Rucksack war gepackt mit ausreichend Essen und Trinken und somit waren wir frei zu entscheiden, wohin wir gehen und wie lange wir brauchen. Obwohl meine Tochter kein Kleinkind mehr ist waren wir im Kleinkindtempo unterwegs. Alle paar Meter gab es etwas zu entdecken. Seien es Vögel, denen wir lauschten oder die wir versuchten zu entdecken. Das Rascheln im Laub, das uns neugierig machte. Blümchen, Baumstümpfe, krumm gewachsene Bäume. Der Wald durfte auf uns wirken und uns verzaubern. Es war wunderbar entschleunigend. Schon nach kurzer Zeit war ich tief entspannt und genoss es einfach mit meiner Tochter durch den Wald zu schlendern. Als wir einen Seitenpfad entlang gingen sahen wir sogar ein paar Rehe. Was für ein Erlebnis! Der Wald, den wir durchstreiften, war nicht sehr groß und als wir an den Waldrand kamen lag dort ein umgestürzter Baum. Perfekt für eine Pause. Wir sahen hunderte Maiglöckchen, die darauf warteten, bald blühen zu dürfen. Hörten den Specht und den Kuckuck. Bis auf ein gelegentliches Flugzeug war nur die Natur zu hören.

Am Abend sprach ich mit meinem Mann über das Erlebte und wie unterschiedlich ich diese Art in der Natur zu sein wahrgenommen hatte. Dieses völlig ohne Ziel in der Natur sein war für mich Entspannung pur. Einfach nur sein. Nichts was mich drängt. Ich war ganz im Moment und nicht gedanklich schon zwei Schritte weiter „am Ziel“. Wenn wir sonst wandern gehen, dann haben wir immer dieses Ziel vor Augen, wo wir sein möchten. Manchmal auch mit Zeitdruck, weil wir z.B. eine Gondel rechtzeitig erreichen möchten. Oder weil wir irgendwann hungrig werden. Das ist beim Waldbaden nicht der Fall. Es gibt nichts zu erreichen. Sondern nur ein stetiges ankommen.

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