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Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben - aber es hat nur ganz genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind.
Hermann Hesse

Es gibt unglaublich viele und viele schöne Zitate zum Thema „Sinn“. Der Sinn meines Lebens hat mir lange Zeit ganz viel Stress bereitet. Tut es manchmal immer noch, wenn ich mich in wenig hilfreichen Gedanken verhasple. Eigentlich sollte es doch unser Leben einfacher machen, wenn wir den Sinn suchen oder gefunden haben. Warum hat es mich gestresst?

Lange Jahre habe ich mir keine großen Gedanken über den Sinn gemacht. Bei der Arbeit war ich latent unzufrieden, weil ich diese als nicht sonderlich sinnvoll empfand, aber es hat mich nicht zu sehr belastet. Es waren auch eher andere Themen, die wirklich mein Problem waren. So richtig angefangen über den Sinn nachzudenken und etwas zu suchen, was meinen Leben Sinn verleiht begann ich nach einem Seminar. In diesem Seminar hatten wir eine Übung zum Lebensplan gemacht. Die Aussage war, dass jeder sich vor der Geburt Aufgaben aussucht, die er in dem anstehenden Leben bewältigen möchte. Wir entscheiden manchmal auch, wen wir treffen möchten und ähnliches. Ich habe es damals so verstanden, dass wenn ich das gefunden habe, was ich mir vorgenommen habe, dann geht auf einmal alles ganz einfach. Weil ich in Übereinstimmung mit meinem Lebensplan und damit mit dem Universum handle.

Das Thema Schlaf bzw. „Nicht-Schlaf“ beschäftigt viele Menschen. Deswegen habe ich hier alles aufgeschrieben, was ich in den letzten 15 Jahren an Wissen und Erkenntnissen gesammelt habe. Natürlich erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Hoffentlich ist das eine oder andere für jemanden von Nutzen.

Ganz wichtig vorweg: Bei regelmäßigen Schlafproblemen bitte abklären lassen, ob etwas dahintersteckt, das behandelt werden muss (Schilddrüse, Blutdruck, Unverträglichkeiten,…)

Wer nicht alles lesen möchte, für den hier ein kleines „Inhaltsverzeichnis“

  1. Meine Historie
  2. Schlafhygiene
  3. Zirbeldrüsenmeditation
  4. Gedanken (vor, während, nach)
  5. Nächtliches Aufwachen
  6. Träume

 

Meine Historie zum Thema Schlaf

Die begann vor ca. 15 Jahren. Bis dahin hatte ich immer gut geschlafen. Von gelegentlichen unruhigen Nächten mal abgesehen. Meine Schlafprobleme begannen als ich nach einer Mobbing-Episode eine Panikstörung entwickelte. Um die Therapie zu unterstützen bekam ich Medikamente – einen Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Als Folge dessen konnte ich nicht mehr schlafen. Und ich meine das wirklich so! Ich ging um 10:00 Uhr abends wie gewohnt ins Bett, schlief dann auch normal ein, aber ich wachte um 1:00 Uhr (nachts) auf. Und dann war ich wach! Egal was ich versuchte – Musik, Meditation, Entspannung – ich war und blieb wach. Um dann entsprechend gerädert mit nur 3 Stunden Schlaf um 6 aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Da es auch nach einer Woche nicht besser wurde (das war die Hoffnung des Arztes) und ich mehr und mehr zum Zombie mutierte setzte ich das Medikament wieder ab. Die Angst, dass ich nie wieder würde richtig schlafen können, blieb noch ein paar Tage bis die Wirkung des Medikaments nachgelassen, alle Botenstoffe im Gehirn wieder „normal“ waren und ich endlich wieder schlafen konnte. Der Schock über das Geschehene sollte mich noch eine Weile begleiten.

Gestern hatte ich einen Werbeprospekt eines Kinderartikel-Versands in der Post. Ein bisschen aus Langeweile, ein bisschen aus "vielleicht gibt es was passendes fürs Töchterchen" blätterte ich ihn durch. Es war nichts besonderes drin - ein paar Klamotten, Koffer, praktisches fürs Auto. Aber bei den T-Shirts wurde ich stutzig und habe die mir genauer angeschaut. Sie hatten hübsche T-Shirts in kräftigen Farben - zwei offensichtlich für Jungs gedacht und zwei offensichtlich für Mädchen gedacht. Denn: es gab ein gründes mit Wolfsdruck, ein blaues mit einer Vogelsilhouette (Adler?). Und dann ein lilanes mit Schmetterling und ein pinknes mit Pferd. Leicht genervt frage ich meinen Mann warum es denn nicht möglich ist, ein rosanes mit Wolf und ein blaues mit Pferd anzubieten. Seine Antwort brachte mich zum Nachdenken: "Tja - bei Stellenanzeigen müssen wir inzwischen weiblich/männlich/divers hinschreiben sonst werden wir verklagt. Aber das sind ja nur Kinder, die dürfen ruhig diskrimineirt werden."

Wow! Er hat total Recht! Eigentlich müsse man die ganzen Konzerne wegen Diskriminierung verklagen. Nur weil es Kinder sind, dürfen sie in Schubladen gesteckt werden? Aber sobald ich 18 bin sollen sie von heute auf morgen so sein dürfen, wie sie sein wollen? Als Kinder dürfen sie keine blauen oder grünen T-Shirts mit Schmetterling oder Pferd haben wollen. Oder rosane und lilane mit Wolf und Adler. Es sind ja nur Mädchen und Jungs. Und Mädchen sind rosa, Pferd, Barbie und Glitzer. Und Jugns sind blau, Dinosaurier, Auto und Schwert. (Ich gabe zu, dass es zum Glück nicht mehr ganz so extrem ist, aber es ist immer noch sehr ausgeprägt. Und echt schwierig was glitzerndes in nicht rosa oder lila zu finden.)

Von Gleichberechtigung und Chancengleichheit sind wir noch meilenweit entfernt. Denn es fängt bei unseren Kindern an. Solange wir die noch in solche Schubladen stecken und nicht sehen, dass sie in erster Linie kleine Menschen sind. Menschen mit völlig unterschiedlichen Interessen und Talenten. Bei uns im Kindergarten sind Jungs, die rosa und Nagellack lieben. Und Mädchen, die wilder raufen und besser klettern als die Jungs.

Warum dürfen Konzerne ungestraft unsere Kinder diskriminieren obwohl unser Grundgesetz das so klar verbietet?

Das Thema Vergebung taucht eigentlich immer auf, wenn man anfängt sich mit Persönlichkeitsentwicklung, Selbstliebe oder Spiritualität zu beschäftigen. Auch in der Psychotherapie taucht das auf. Gestern habe ich mal wieder festgestellt, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen etwas intellektuell zu verstehen oder etwas wirklich zu begreifen. Es war mir schon klar, dass es sinnvoll ist mir selbst und anderen zu vergeben. Denn solange ich das nicht getan habe, trage ich den Groll mit mir herum. Gestern hat es aber klick gemacht und ich habe gesehen, dass ich weder mich selbst noch andere wirklich lieben oder meine Liebe zeigen kann, wenn ich nicht vergeben habe. Das ging wirklich tief und ich musste erstmal weinen, weil sich so viel gelöst hat. Denn diese Gefühle, die es verhindern, dass ich komplett vergebe, die stehen dazwischen. Die lassen nicht zu, dass meine Liebe wirklich ankommt. Beziehungsweise meine Liebe kommt nur deformiert an. Verfärbt. Verwässert. Das ist das eine. Das andere, was mir klar wurde war, dass es nichts zu vergeben gibt. Wann immer ich selbst oder ein anderer etwas tat, das nicht "gut" war, dann war das, weil ich (oder die andere Person) es in diesem Moment nicht bessser wusste. Ich war verwirrt, hilflos, wusste nicht mehr ein und aus. Und in meinem Kopf war Gedankenchaos. Meine innere Weisheit hatte gar keine Chance durchzukommen. Wie hätte ich also weiser reagieren sollen? Ich konnte nicht, und deswegen gibt es auch nichts zu vergeben, denn ich habe unschuldig unwissen gehandelt.

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